Kliniken & Fachärzte

Was ist chronischer Schmerz? Jede chronische Schmerzerkrankung hat irgendwann einmal als akuter Schmerz begonnen. Oft stand am Anfang eine akute Verletzung oder etwas wie der typi- sche „Hexenschuss“. Der Schmerz hat sich am An- fang der Erkrankung nur an einer Stelle des Körpers geäußert, sich dann aber im Laufe der Zeit auf weitere Körperstellen ausgedehnt oder auch andere, neue Schmerzen nach sich gezogen. Chronische Schmerzen belasten immer den ganzen Menschen – nie nur die körperliche Verfassung. Auch wenn man den Schmerz im Rücken oder in der Schul- ter spürt, sind Schmerzen immer mit Anspannung, ne- gativen Gefühlen, meist Angst und Hilflosigkeit ver- bunden. Schmerz lähmt uns, auf der sozialen Ebene bedeutet das, dass wir uns zurückziehen, nicht mehr so fröhlich sind, wie man uns kennt, es leidet der ganze Mensch. Anhaltende Schmerzen haben meist Auswir- kungen auf wichtige Bereiche des Lebens und bringen erhebliche Beeinträchtigungen mit sich. Die Auswir- kungen auf die Psyche und das Verhalten sind immens. Nähere Informationen erhalten Sie unter: Algesiologikum MVZ, Heßstraße 22, 80799 München, Tel.: 089 452445 117, az@algesiologikum.de, www.algesiologikum.de 10 Jahre Algesiologikum Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa 25 bis 35% der Erwachsenen in Europa unter chronischen Schmerzen leiden. Der Weg zu einer Schmerztherapie ist aber oft lang: die Menschen leben im Durchschnitt bis zu 7 Jahren mit chronischen Schmerzen, bis sie einen Schmerztherapeuten aufsuchen. Das Algesiologikum nimmt sich seit nunmehr 10 Jahren der chronischen Schmerzpatienten an. Die bestmögliche Therapie unserer Patienten wird über einen fachübergreifenden Ansatz gewährleistet, der neben umfangreichen ambu- lanten Therapieoptionen im Algesiologikum MVZ auch intensive, umfassende Therapieansätze durch eine tagesklinische oder statio- näre multimodale Schmerztherapie ermöglicht. Auf allen Ebenen der Behandlung der oft sehr komplexen Krankheitsbilder kommen fortschrittlichste Behandlungsverfahren zur Anwendung: moderne medikamentöse Therapie, gezielte Injektionen unter Röntgen oder ultraschallgesteuert, interdisziplinäre ganzheitliche multimodale Behandlung in Gruppen oder einzeln durch ein Team aus Ärzten ver- schiedener Fachrichtungen, Psychotherapeuten und Bewegungstherapeuten, bis hin zu operativen Therapien der Neuromodulation, die durch schwache Ströme den Fluss der Schmerz-Nervenimpulse zum Gehirn direkt an den betroffenen Nerven hemmen. Neuromodulation – Implantation eines „Nervenschrittmachers“ Neuromodulation ist eine sichere und seit 40 Jahren gut erprobte Behandlungsmethode, mit der weltweit mehr als 350.000 Patienten erfolgreich behandelt wurden. 80% der Pa- tienten berichten, dass ihre Schmerzen 12 Monate nach dem Erhalt des Neuromodulati- ons-Implantats entweder vollständig kontrollierbar oder zumindest halbiert wurden. Die Neuromodulation kann eine wirksame Alternative zu wiederholten Operationen oder zum Einsatz höherer Dosen von starken Schmerzmitteln sein. Da der Patient die Therapie selbst mitsteuern kann, übernimmt er die aktive Kontrolle über seine Schmerzen. Wie funktioniert Neuromodulation? Schmerzen werden von elektrischen Nervenimpulsen aus dem Schmerzgebiet zum Rückenmark und dort entlang des Rückenmarks bis zum Gehirn geleitet. Die Stromimpulse, die durch das Neuromodulationssystem ausgelöst werden, unterbrechen die Schmerzsignale durch schwache Ströme. Dazu werden isolier- te Drähte an die Nervenstrukturen in der Wirbelsäule implantiert. Die elektrischen Impul- se werden von einem Impulsgeber („Schrittmacher“) abgegeben, der durch eine externe Fernbedienung gesteuert werden kann. Das gesamte System wird unter die Haut implan- tiert. Um sicher zu sein, dass die Therapie wirkt, erfolgt vor der vollständigen Implantati- on des Systems eine Testphase, in der der Patient erproben kann, wie sich die Stimulati- on anfühlt, bevor die Entscheidung zur vollständigen Implantation getroffen wird. Moderne Systeme beherrschen verschiedene Stimulationsmuster: bei manchen Einstel- lungen verspürt der Patient ein sanftes Kribbeln im Schmerzgebiet, bei anderen Einstel- lungen tritt die Linderung der Schmerzen ohne zusätzliche Kribbelempfindungen auf. ANZ E I GE Ganzheitliche multimodale Behandlung im Team Eine chronische Schmerzerkrankung ist eine komplexe Krankheit, die sich im Laufe der Zeit meist auf die verschiedenen Lebensbereiche negativ ausgewirkt hat. Der Schmerz betrifft den Körper, die Psyche und das soziale Leben eines Menschen. Daher muss eine wirksame Behandlung diese verschiedenen Bereiche des Lebens berücksichtigen – am besten gleichzeitig und gut aufeinander abgestimmt. Charakteristisch für die multimodale Schmerztherapie ist, dass die Patienten von ei- nem Spezialistenteam behandelt werden. Das Team setzt sich aus verschiedenen Be- rufsgruppen/Disziplinen zusammen: Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, z. B. An- ästhesisten, Orthopäden, Psychologen, Physiotherapeuten, Sport- und Ergothera- peuten, aber auch Kunst- oder Musiktherapie. Diese arbeiten eng zusammen und betreuen als Team die Patienten während ihres Aufenthalts bei uns gemeinsam. In der multimodalen Schmerztherapie werden verschiedene Behandlungsformen mit- einander kombiniert. Je nach individuellem Beschwerdebild des Patienten greifen die Methoden aus Medizin, Psychologie und Bewegungstherapie ineinander. Algesiologikum gibt Schmerzpatienten neue Hoffnung Wenn der Schmerz chronisch wird Rückenschmerzen In Deutschland leiden mehr als 80% der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmer- zen. Rückenschmerzen füh- ren auch die Liste der Grün- de an, weshalb Patienten krankgeschrieben werden. Sie sind ein echtes Volkslei- den. Nur bei 10 bis 20% der Rü- ckenschmerzen kann eine eindeutige körperliche Ur- sache für das Auftreten der Schmerzen gefunden wer- den: etwa ein Bandschei- benvorfall, eine Wirbelver- letzung nach einem Unfall oder eine Krankheit wie Os- teoporose oder gar eine Tu- morerkrankung, die ein dringliches Eingreifen eines Wirbelsäulenspezialisten er- fordert. In vielen Fällen bilden sich die Schmerzen nach ein paar Tagen von selbst wie- der zurück. Hier ist beson- ders wichtig, dass Betrof- fene trotz des Schmerzes in Bewegung bleiben, möglichst normal aktiv sind oder es schnell wieder werden. Bei etwa 7 von 100 Betrof- fenen bleibt der Schmerz und wird chronisch, das heißt, er zieht sich über mehrere Monate, dann Jahre hin. Von chronischen Rückenschmerzen spricht man, wenn sie länger als 12 Wochen dauern. Etwa jeder dritte Patient hat ein erhöhtes Risiko, dass seine Schmerzen chronisch wer- den. Eine rechtzeitige spezielle Schmerztherapie kann ver- hindern, dass die Schmer- zen chronisch werden. Sie beeinflussen die Lebens- qualität in hohem Maße und die Furcht vor Schmerzattacken schränkt die Aktivitäten stark ein. Der Schmerzexperte kann gemeinsam mit dem Pati- enten in vielen Fällen eine Linderung der Schmerzen erreichen. Dazu sind eine ausführliche Anamnese, eine gründliche Untersu- chung und oft weiterfüh- rende Diagnostik erforder- lich. Dies kann ein Kern- spintomogramm (MRT) sein oder auch gezielte bildwandlergesteuerte In- jektionen mit Kontrastmit- telgabe, die helfen, den Ort der Schmerzentste- hung einzugrenzen. Nervenschmerzen Nervenschmerzen sind eine besondere Form des Schmerzes. Im Unterschied zu anderen häufigen Schmerzarten, wie bei- spielsweise Muskelschmer- zen, ist hier das Schmerz- Nervensystem selbst be- troffen und funktioniert nicht richtig. Man kann es sich so vorstellen, dass bei einem Telefon, das die Schmerzinformation über- tragen soll, das Kabel einen Defekt hat und unverständ- liche, aber sehr laute Ge- räusche überträgt. Nervenschmerzen werden von den Betroffenen häufig als besonders belastend beschrieben. Charakteris- tisch ist auch, dass neben dem Schmerz unangeneh- mes Kribbeln und Taubheit auftreten, manchmal sogar Lähmungserscheinungen. Bauch- und Beckenschmerzen Chronische Becken- und Bauchschmerzen sind kom- plex und haben vielfältige Ursachen. Der Schmerz kann von den Organen des kleinen Beckens (Darm, Ge- nitalien, Beckenboden- Muskulatur), von den Ner- ven im Becken, aber auch vom Steißbein oder den Leisten ausgehen. Unter- bauchschmerzen sind quä- lend und die Ursachen oft nicht bekannt oder konnten bisher nicht erfolgreich be- handelt werden. Unter chronischen Becken- bodenschmerzen versteht man andauernde Schmerz- zustände im Dammbereich, in der Leistengegend, im Bereich der Genitalien oder des Darmausgangs. Frauen und Männer erleben diese Schmerzen sehr unter- schiedlich. Anhaltende Steißbein- Schmerzen, z. B. nach ei- nem Sturz, beeinträchtigen die Lebensqualität erheb- lich, da längeres Sitzen meist nicht mehr möglich ist. Nach einer Verletzung, ei- nem Unfall oder einer Ope- ration bleiben manchmal Schmerzen bestehen, die brennend, bohrend oder einschießend sind. Die Haut im Schmerzgebiet reagiert empfindlich auf leichte Be- rührung, Kälte oder Wärme. Medikamente lindern die Beschwerden nicht ausrei- chend. Die Patienten sind aufgrund ihrer Schmerzen und in ihrer Belastbarkeit so eingeschränkt, dass sie ih- ren Alltag nur schwer be- wältigen können.

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