Berufsstart 2022

8 9 3-D-DRUCK UND CO.: ZAHNTECHNIKER BEKOMMEN NEUE AUSBILDUNGSORDNUNG Ab dem 1. August gilt für angehende Zahntechniker eine neue Ausbildungsordnung. Das teilt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn mit. Hintergrund ist die zunehmende Digitalisierung des Handwerksberufs. Vermehrt bräuchten Zahntechnikerinnen und Zahntechniker auch digitale Kompetenzen, heißt es vom BIBB. Etwa bei der Planung, Vermessung und Konstruktion von Zahnersatz am Computer oder aber bei der Fertigung von Prothesen oder Kronen mit Fräser und 3D-Drucker. Auch neue Werkstoffe haben dem BIBB zufolge Einfluss auf das Berufsbild. Die Neuerungen sollen nun in der modernisierten Ausbildungsordnung berücksichtigt werden. Zudem wird die Zwischenprüfung künftig durch eine sogenannte gestreckte Abschlussprüfung abgelöst, die sich in zwei Teile gliedert. Das BIBB informiert auf seiner Webseite gesammelt zu aufgefrischten Ausbildungsordnungen. Ab 1. August gibt es demnach auch neue Lehrpläne für angehende Zahnmedizinische Fachangestellte, für die Berufe im Bereich der Gastronomie, für Versicherungskaufleute sowie für Eisenbahner und Binnenschiffer. -dpa/tmnDas Zahntechnik-Handwerk erfordert zunehmend digitale Kompetenzen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Mit Richtlinien und Gesetzen arbeiten Was eine Schadenreguliererin macht – auch Quereinstieg möglich Katja Burglin arbeitet als Schadenreguliererin. Ein Job, der nicht nur Akribie verlangt. Manchmal muss sie aber auch in die Rolle der Seelsorgerin schlüpfen. Die Bilder der Schäden, die nach der Flut im Ahrtal 2021 entstanden sind, haben viele noch vor Augen. Wann immer es darum Leistungsansprüche von Versicherten zu prüfen, sind Schadenregulierer im Einsatz. Was im ersten Moment abstrakt klingt, bekommt durch Katja Burglin ein Gesicht. Im Job-Protokoll erzählt die 39-Jährige, warum sie sich als Schadenreguliererin nicht nur mit Richtlinien und Gesetzen auskennt, sondern auch Erklärerin, Zuhörerin und Trösterin ist. Der Weg in den Job: Ich habe Versicherungskauffrau gelernt und nach meinem Abschluss nebenberuflich BWL studiert. Das Studium ist für den Job nicht unbedingt notwendig. Es werden auch Quereinsteiger eingesetzt. In der Regel aber haben die Schadenregulierer eine kaufmännische Versicherungsausbildung. Diese Aufgaben stehen an: Ich kümmere mich als Schadenreguliererin bei der Axa Versicherung um ein Gebiet in Thüringen und West-Sachsen. Ich bearbeite Schadensfälle, bei denen der Sachverhalt nicht eindeutig ist. Ich entscheide über Leistungsansprüche, berechne Versicherungsleistungen und kann Zahlungen anweisen. Viele Sachlagen kläre ich vor Ort im Kontakt mit den Kunden. Zur Schadensaufnahme nutze ich ein Tablet. Für meine Arbeit am Computer muss ich mit fachspezifischer Software umgehen können. Außerdem müssen wir viele Gesetze, Richtlinien sowie Handbücher und interne Arbeitsanweisungen kennen und beachten. So sieht ein typischer Arbeitstag aus: Ich mag es, dass ich morgens nicht immer weiß, was mich erwartet. Jeder Schadenfall entwickelt sich etwas anders. Oft fahre ich zu den Kunden, schaue mich vor Ort um. Ich führe Gespräche, bekomme Einblick in diverse Lebenssituationen. Es gibt natürlich ähnliche Abläufe und wiederkehrende Arbeitsblöcke. Was mir gefällt ist, dass ich mir den Tag so organisieren kann, wie ich will. An Bürotagen erledige ich viele organisatorische Dinge und verfasse Mails. Ich genieße es aber auch, wenn ich im Auto zu den Kunden unterwegs bin, dabei Musik höre und die Region erkunde. Das persönliche Rüstzeug für den Job: Empathie und ein Gespür für Menschen sind wichtig. Man sollte sich mit Versicherungsverträgen auskennen, Bedingungen lesen und anwenden können sowie einen Sinn für rechtliche Sachverhalte haben. Auch eine gewisse Offenheit für neue technische Entwicklungen und permanente Veränderungen ist von Vorteil. Wer flexibel und gleichzeitig strukturiert arbeiten kann, bringt gute Voraussetzungen für diesen Beruf mit. Wichtig ist außerdem, dass man einen Führerschein hat. Die schönen Seiten des Berufes: Wir können Menschen in Ausnahmesituationen helfen. Die sind nicht immer so extrem wie beim Hochwasser im Ahrtal 2021. Aber wir haben häufig mit Menschen in emotionalen Situationen zu tun. Hier signalisieren zu können, dass der finanzielle Schaden abgesichert ist, ist natürlich ein gutes Gefühl. Was mir gefällt ist, dass durch mich ein abstraktes, unsichtbares Produkt ein Gesicht bekommt. Und schön ist, wenn man am Ende ein Danke hört. Als Schadenreguliererin bin ich vieles: Erklärerin, Zuhörerin, auch Seelsorgerin und Trösterin. Die weniger schönen Aspekte im Job: Ich habe mit Emotionen zu tun, das kann belasten. Ich spüre Mitleid mit verzweifelten Menschen, die weinen, wenn ihr Haus zum Beispiel durch einen Wasserschaden unbewohnbar geworden ist. Oder wenn durch ein Feuer alles vernichtet wurde, etwa liebgewordene Erinnerungen. Zu den weniger schönen Seiten meines Berufes gehört, Menschen sagen zu müssen, wenn etwas durch die Versicherung nicht abgedeckt ist. Da geht es manchmal um Details, etwa eine nicht mitversicherte Garage. Wir haben in den meisten Fällen mit ehrlichen Kunden zu tun. Zur Wahrheit gehört aber, dass Versicherungsbetrug vorkommt, und das ist kein Kavaliersdelikt. Ich achte darauf, ob eine Schilderung schlüssig ist. Aber ich bin keine Detektivin, ich kläre einen Sachverhalt. Katja Wallrafen GEHALTSAUSSICHTEN Laut Entgeltatlas der Agentur für Arbeit liegt das mittlere Brutto-Monatseinkommen für Schadenreguliererinnen und Schadenregulierer bei 4695 Euro. Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt. Er gibt somit den Punkt der an, an dem die Hälfte der Beschäftigten mehr verdient, die andere Hälfte weniger. -dpa/tmnSchadenreguliererin Katja Burglin prüft die Lage vor Ort: Sie entscheidet über Leistungsansprüche, berechnet Versicherungsleistungen und kann Zahlungen anweisen. Foto: Alexander Prautzsch/pda-tmn ACHTUNG, GREENWASHING: BEI SUCHE NACH GRÜNEM JOB GENAU NACHFRAGEN Wer bei der Jobsuche einen möglichst grünen Beruf finden will, muss auf die Details achten. Eine unabhängige externe Bewertung oder ein Siegel gebe es nicht, sagte Krischan Ostenrath vom Netzwerk Grüne Arbeitswelt in Bonn. „Niemand schützt einen vor Greenwashing oder dem Nachhaltigkeitsbranding großer Unternehmen.“ Aber Interessierte könnten beispielsweise im Internet recherchieren, was eine Firma etwa in Sachen Klimaschutz macht. Im Bewerbungsgespräch könne man zudem kritisch hinterfragen, welche Aspekte Teil der Ausbildung oder des Berufsalltags sind. „Was macht ihr genau?“, bringt Ostenrath es auf den Punkt. „Kluge Unternehmen lassen sich auch treiben von den Beschäftigten und fragen, was ihnen wichtig ist“, sagt der Projektleiter. So habe jeder die Möglichkeit, selber Ideen einzubringen und dafür zu sorgen, dass der eigene Arbeitgeber ein Stück weit grüner wird. -dpa/tmnNicht überall, wo Klimaschutz draufsteht, steckt auch Klimaschutz drin: Das gilt auch für vermeintlich grüne Berufe. Foto: Silas Stein/dpa/dpa-tmn www.haeusler.de/ausbildung AZUBI 2022 Automobilkaufmann/-frau (m/w/d) Kfz-Mechatroniker/in / Karosseriebauer/in (m/w/d) Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) Fahrzeuglackierer/in (m/w/d) Starte noch in diesem Jahr durch und beginne Deine Ausbildung zum 01.09.22 bei Häusler! Auf Dich warten spannende Abenteuer in einem der renommiertesten und größten Autohäuser Bayerns. Bewirb Dich jetzt! WIR BILDEN AUS: AutohausHELDEN GESUCHT! H

RkJQdWJsaXNoZXIy MTYzMjU=