Berge, Strand und Mehr

20 Berge, Strand & Mehr Das Wasser fest im Blick Mit dem Fahrrad die Kärntner Seenschleife erkunden In den Alpen drängt sich der Weißensee als Naturbursche zwischen die Berggipfel. Am Millstätter See sind die Buchten voll mit Legenden. Geschäftiges Treiben herrscht am mondänen Wörthersee. Ein Stückchen weiter, am Keutschacher See, wechselt die Szenerie. Es wird still zwischen Schilf, Pfahlbauten und schattigen Wäldern. Die Kärntner Seen haben alle einen eigenen Charakter, das Wasser zeigt sich immer wieder anders. Von türkis bis silbrig glänzend. Auf der 340 Kilometer langen großen Kärntner Seen-Schleife wird die Vielfalt so bewusst. Ossiacher See: Der Musikalische Jazz, Klassik, Orgelmusik, Schiffssirenen, ein krähender Hahn. Beim Stift Ossiach gibt es viel zu hören. Das frühere Benediktinerkloster ist heute Heimat des „Carinthischer Sommer“. Immer wieder proben die Musiker bei offenem Fenster. Allein schon wegen des barocken Stiftes empfiehlt sich die Runde um den Ossiacher See, nordöstlich von Villach. Etwas weiter den See hinauf an der Mündung der Tiebel heißt es Absteigen und Schieben. Auf dem Weg durch das Naturschutzgebiet Bleistätter Moor ist Radfahren nicht erlaubt. 2017 wurde das Ostufer geflutet und bekam dadurch sein ursprüngliches Aussehen zurück. Wem die 30 Kilometer rund um den Ossiacher See zu kurz sind, der radelt bis zum Millstätter See und springt dabei noch in den Afritzer See und den Brennsee. Millstätter See: Der Schatzreiche Wirft er da etwa eine Frau ins Wasser? Die Statue vom Heiligen Domitian mitten im Millstätter See wirkt dramatisch. Um das Jahr 800 soll er durch ein Unglück – sein Sohn ertrank im See – zum Christentum bekehrt worden sein. Domitian soll Tausende Statuen ins Wasser geworfen haben. Der Name von Millstatt geht auf diese Legende zurück. Gefunden wurde aber keine Statue. Die Räder rollen weiter durch den Wald, vorbei an blühenden Wiesen. Dazwischen tauchen kleine Buchten auf, wo der Kärnten-Urlauber kurz die Füße erfrischen und den Blick auf den See genießen kann. Weißensee: Der „Naturbursche“ Der James-Bond-Film „Der Hauch des Todes“ machte den zugefrorenen Weißensee Jahre bekannt. In den wärmeren Jahreszeiten schätzen Mountainbiker die Region um den See. Zwei Drittel sind unverbaut. Deshalb gibt es keine durchgehende Straße durchs Tal oder rund um den See. Radler können den See trotzdem umrunden – mithilfe der Alpenperle, einem Elektro-Hybrid-Schiff. Zuerst geht’s nach Naggl, von dort bis zur Hoffnungskirche unter freiem Himmel. Nur noch ein intensiver Anstieg, dann rollen die Räder quasi von alleine durch das Gailtal bis zum Pressegger See. Faaker See: Wo Burgherren hausten Mit jedem Kilometer mehr rücken die Alpen nun ab. Das Tal wird weiter, die Landschaft lieblicher. Markiert wird der Szenenwechsel vom türkisfarbenen Faaker See und den Karawanken samt dem Mittagskogel, dessen pyramidenförmiger Kegel an Vulkane erinnert. Ein kurzer und knackiger Anstieg auf den Kanzianiberg führt zur Burgruine Finkenstein. Die mächtige Burg wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Heute wird die Burgarena für Open-Air-Konzerte genutzt und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Aktuell wird sie umgebaut, die Wiederöffnung ist für Mitte Juni geplant. Burgschänke und Innenhof mit Panoramablick sind sonst öffentlich zugänglich. Vorausgesetzt, die Waden schaffen noch die Stufen auf den Felsen. Vier Tage Radfahren hinterlassen doch Spuren. Höchste Zeit also für die flachere Ostseite der Seen-Schleife. Wörthersee: Der Bekannte Einmal um den Wörthersee zu radeln, gehört zum Pflichtprogramm. Schließlich ist er der größte und bekannteste See Kärntens. Die rund 50 Kilometer mit einem Abstecher zum Keutschacher See, dessen Pfahlbauten zum UnescoWelterbe zählen, sind dank Pausen nicht beschwerlich: Selfie vor Schloss Velden am Westufer, Abstecher zum 70 Meter hohen Holz-Aussichtsturm Pyramidenkogel, dann Eis essen auf der Promenade in Pörtschach am Nordufer, Mittagspause unter Palmen in der Klagenfurter Ostbucht, auf dem Rückweg am Südufer noch ein Besuch in der Wallfahrtskirche Maria Wörth und Sundowner zwischen Seerosen. Wer sein Handtuch zu Hause liegenlässt, wird es bereuen. Die Badesachen gehören zur Grundausstattung – sei es fürs Zehenplanschen im Flusswasser oder die Schwimmrunde. Anita Arneitz Die Statue vom Heiligen Domitian steht im Millstätter See. Foto: Anita Arneitz/dpa-tmn

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